Meeting "Für eine wehrhafte Demokratie und gegen Desinformation"

Ein Gesicht, das nie gesprochen hat. Eine Stimme, die nie existierte. Ein Video, das nie passiert ist – und trotzdem Millionen erreicht. Desinformation gehört laut Weltrisikobericht auch dieses Jahr zu den größten globalen Risiken unserer Zeit – gemeinsam mit Naturkatastrophen und internationalen Konfrontationen. Die Frage ist daher nicht mehr, ob wir Falschinformationen erleben, sondern wie wir als Gesellschaft, Politik und Wirtschaft mit dieser hybriden Bedrohung umgehen – und welche Verantwortung Unternehmen übernehmen sollten.

Am Montag, den 26. Januar 2026 lud die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) zur Veranstaltung „Für eine wehrhafte Demokratie und gegen Desinformation“. Gemeinsam mit dem Bayerischen Digitalminister Dr. Fabian Mehring, vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt und einem hochkarätig besetzten Panel. Fsas Technologies wurde auf dem Panel, das u.a. mit Vertretern von Siemens, Telefonica und Google besetzt war, von unserem Head of Platform Business Deutschland, Santosh Wadwa vertreten. Er brachte insbesondere die Perspektive eines globalen Technologieanbieters ein und dass wir als Unternehmen eher Teil der Lösung als des Problems sind.

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Santosh Wadwa, Vice President – Head of Platform Business German beim Gesprächspanel

Die Bayern-Allianz gegen Desinformation

Die Veranstaltung ist Teil der Aktivitäten der Bayern-Allianz gegen Desinformation, einer Initiative unter dem Dach des Bayerischen Digitalministeriums. Ziel der Allianz ist es, Desinformation frühzeitig zu erkennen, ihre gesellschaftlichen Risiken sichtbar zu machen und gemeinsam wirksame Gegenstrategien zu entwickeln, damit die Spielregeln unserer Demokratie auch im digitalen Raum Anwendung finden. Neben Fsas Technologies engagieren sich hier u.a. Unternehmen wie Meta, Adobe, Airbus, Telekom, aber auch Bildungsinstitutionen wie das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft oder die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung (ALP), zivilgesellschaftliche Partner wie z. B. der Bayerische Jugendring, die Bergwacht Bayern oder die Diakonie Bayern und auch der Bitkom sowie wissenschaftliche Akteure. Fsas ist bereits seit 2024 aktives Mitglied der Allianz. Im Government-Relations- & Public-Policy-Team arbeite ich gemeinsam mit Anne-Marie Tumescheit an inhaltlichen Fragestellungen und bin im regelmäßigen Austausch mit Politik und Partnern.

Warum dieses Engagement für uns wichtig ist

Desinformation untergräbt Vertrauen – in Medien, in staatliche Institutionen und letztlich in die Demokratie selbst. Gerade im Kontext von Wahlen oder Krisensituationen kann sie erheblichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Schaden anrichten. Als Technologieunternehmen tragen wir Verantwortung: Technologie darf nicht nur effizient, sondern muss auch vertrauenswürdig sein. Unser Engagement in der Allianz ist deshalb Ausdruck eines klaren Verständnisses von Corporate Citizenship. Wir wollen nicht abwarten, bis Regulierung greift, sondern aktiv zur Stärkung einer resilienten, informierten Gesellschaft beitragen.

Was wir konkret tun

Wir informieren regelmäßig über technologische Entwicklungen im Bereich Desinformation und Künstlicher Intelligenz. Darüber hinaus organisieren wir interne Schulungs-Webcasts, insbesondere im Vorfeld von Bundes- und Landtagswahlen, um für Risiken durch Fake News und KI-generierte Inhalte zu sensibilisieren. Dies wird ergänzt durch weitere interne und externe Trainingsformate, die Medienkompetenz und kritische Informationsbewertung stärken aber auch den Umgang mit KI üben: welche neuen Möglichkeiten bietet KI, worauf muss ich bei KI-generierten Inhalten achten und wie kann ich sie vertrauensvoll einsetzen.

Die Ziele des Frontria Konsortium

Die Ziele des Frontria Konsortium.

Frontria, Anti-Fake-Technologie und AI Ethics

Auf globaler Ebene engagiert sich unsere Muttergesellschaft Fujitsu mit dem internationalen Konsortium Frontria. Ziel ist es, gemeinsam mit Partnern Technologien gegen Desinformation, für ein „Trustable Internet“ und für eine sichere, vertrauenswürdige KI zu entwickeln. Dazu gehört die Digital Anti-Fake Technology, die Texte, Bilder, Audio und Videos multimodal analysiert und echte, manipulierte oder KI-generierte Inhalte erkennen kann. Dem vorangegangen sind Projekte zur Erhebung und Messung der Verbreitung und des Einflusses von Fake News. Ergänzt wird unser Engagement durch das AI Ethics and Governance Framework und ein externes Advisory Committee, das bereits seit 2019 mit klaren Prinzipien, Ethics Checks und umfassenden Beratungen einen verantwortungsvollen KI-Einsatz sicherstellt.

Fazit: Der Austausch in München hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Kooperation ist. Desinformation ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung – und nur gemeinsam können wir ihr wirksam begegnen und zu einer resilienten Demokratie beitragen.

In den Shorts der vbw – Die Bayerische Wirtschaft finden Sie weitere Eindrücke der Veranstaltung, inklusive eines Beitrages mit Santosh Wadwa.

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Autor

  • Isabel Netzband

    Isabel Netzband ist bei Fsas Technologies verantwortlich für den Bereich Government Relations & Public Policy. Ihre Leidenschaft gilt der Digitalisierung und der Politik und sie beschäftigt sich insbesondere mit der digitalen Transformation der Verwaltung, digitaler Bildung und der internationalen Perspektive der Digitalisierung.

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