Kein Buzzword-Bingo, sondern Realität
Digitale Souveränität – für manche klingt es nach Polit-Talk, für andere nach Marketing-Sprech. Aber für Unternehmen in Europa ist es längst harte Realität. Abhängigkeiten, neue Regulierungen und steigende Cyberrisiken machen das Thema dringlicher denn je.
Wir haben zwei Experten von Fsas Technologies gefragt, wie Unternehmen jetzt am besten vorgehen sollten: Tom Patrick Bischoff berät Kunden im Bereich Consulting & Strategie; Philipp Pröbster sorgt dafür, dass die passende Plattform- und Infrastruktur-Architektur funktioniert. Das Ergebnis: ein Gespräch, das mal augenzwinkernd, mal ernst ist – so wie die digitale Transformation selbst.
Digitale Souveränität ist mehr als nur ein Buzzword

Tom Patrick Bischoff
Hallo Tom. Wenn du den Begriff „Digitale Souveränität hörst“ – was bedeutet das für dich jenseits der Buzzwords?
Tom: (lacht) Buzzwords haben wir ja genug in der IT. Für mich heißt es ganz einfach: Die Kontrolle behalten. Kontrolle über Daten, über Entscheidungen, über die eigene Zukunft. Wenn ich als Unternehmen nicht weiß, wo meine Daten liegen oder was passiert, wenn ein Anbieter den Stecker zieht, dann bin ich nicht souverän – egal, wie modern meine IT aussieht.
Philipp, du bist der Infrastruktur-Experte. Wie würdest du digitale Souveränität beschreiben?
Philipp: Ich sehe es wie Tom, aber mit einem Schraubenschlüssel in der Hand (schmunzelt). Für mich geht’s darum, ob Unternehmen technisch in der Lage sind, Wahlfreiheit zu haben – nicht nur bei der Hardware, sondern auch auf Plattform- und Dienste-Ebene. Kann ich entscheiden, ob meine Daten in Frankfurt, Tokio oder irgendwo in einer US-Cloud liegen? Habe ich die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Plattformen, APIs oder Softwarelösungen zu wechseln, ohne mich zu sehr zu binden? Souveränität ist kein Gefühl, sondern eine Architektur auf Plattformebene, die Flexibilität ermöglicht.
Typische Fallen: Von „Augen zu und durch“ bis Cloud-only
Tom, wo siehst du die größten Fehler, die Unternehmen heute machen?
Tom: Der größte Fehler ist „Augen zu und durch“. Viele hoffen, dass es schon gutgeht, weil man sich ja auf einen großen Anbieter verlässt. Aber genau das ist die Gefahr. Ohne Strategie landen Unternehmen in einer Sackgasse – und rauszukommen ist teuer. Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern die kritischen Punkte bewusst zu steuern.
Philipp, was sind aus deiner Sicht die größten Irrtümer in Sachen Infrastruktur?
Philipp: Ein Klassiker ist „Cloud-only löst alle Probleme“. Das stimmt schlicht nicht. Ich habe Kunden gesehen, die nach zwei Jahren Cloud-only zurückrudern, weil die Kosten explodieren oder die Compliance nicht passt. Hybrid- und Multi-Cloud-Strategien auf Plattformebene sind kein fauler Kompromiss, sondern die Realität. Wer glaubt, man könnte Souveränität einfach einkaufen, irrt – sie entsteht durch die richtige Mischung aus Infrastruktur, Plattformen und Diensten.
Wie der Einstieg gelingt

Philipp Pröbster
Humorvoll gefragt: Wenn digitale Souveränität ein Auto wäre – wer sitzt am Steuer?
Tom: (lacht) Hoffentlich nicht der Anbieter! Im Idealfall der CIO – aber mit einem Navi, das zeigt, wo die Stolperfallen liegen.
Philipp: Und mit einem soliden Motor unter der Haube. Denn wenn Plattformen und Infrastruktur nicht zusammenpassen, bleibt das Auto trotz Navi am Straßenrand stehen.
Spaß beiseite – wie sieht der erste Schritt für Unternehmen aus, die souveräner werden wollen?
Tom: Erstmal Klarheit schaffen: Welche Abhängigkeiten gibt es, welche Daten sind kritisch, welche Regularien greifen? Das klingt trocken, ist aber der Schlüssel. Ohne ehrliche Bestandsaufnahme geht gar nichts.
Philipp: Parallel muss man prüfen: Welche Plattformen und Dienste stehen überhaupt zur Verfügung und wie flexibel sind sie einsetzbar? Viele Unternehmen wissen gar nicht, dass sie Wahlfreiheit haben – sei es bei Storage, Datenbanken, Container-Orchestrierung oder Cloud-Services. Mit Plattformen wie NetApp oder IONOS können sie heute schon souverän handeln – wenn sie wissen, wie sie Infrastruktur und Plattformen intelligent kombinieren, fehlt oft nur der Überblick.
Quick Wins mit Weitblick
Gibt es Quick Wins oder ist das immer ein Marathon?
Tom: Beides. Ein Quick Win kann sein, kritische Daten sofort in eine europäische Cloud zu migrieren. Der Marathon ist es, daraus eine langfristige Strategie zu machen.
Philipp: Genau. Infrastruktur und Plattformen sind wie Fitness: Einmal joggen bringt nichts, aber kleine Schritte summieren sich. Quick Wins helfen, Motivation zu schaffen – aber wer fit bleiben will, braucht Ausdauer. Und Energie spielt eine immer größere Rolle: Eine Plattform oder ein Rechenzentrum, das doppelt so viel Strom verbraucht wie nötig, ist weder nachhaltig noch souverän. Energieeffizienz ist heute ein echter Standort- und Wettbewerbsfaktor.
Tom: … außerdem unterschätzen viele, dass Nachhaltigkeit längst ein Teil der Unternehmensstrategien sein muss – nicht nur fürs Image, sondern weil ESG-Vorgaben rechtlich verpflichtend werden.
Wenn ihr Unternehmen einen Rat mit auf den Weg geben könntet – welcher wäre das?
Tom: Warten Sie nicht, bis Sie gezwungen werden. Proaktiv zu handeln spart Kosten, Nerven und Reputation.
Philipp: Und investieren Sie in Transparenz. Wer weiß, was er hat, auf welcher Plattform es liegt und wie flexibel sie ist, hat schon die halbe Miete für Souveränität bezahlt.
Fazit: Humor hilft, aber Ernst ist Pflicht
Digitale Souveränität ist kein Modewort und kein Luxus. Sie entscheidet darüber, ob Unternehmen in Zukunft handlungsfähig bleiben – oder abhängig im Abseits stehen. Ein Lächeln schadet beim Thema nicht. Aber am Ende gilt: Souveränität ist eine ernste Angelegenheit, die Strategie und Plattform-Architektur gleichermaßen erfordert.
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