Dieses Interview ist ein Teil der Reihe „Fragen, die Türen öffnen – Expertengespräche mit dem Consulting-Team von Fsas Technologies“. Alle Beiträge finden Sie unter dem Hashtag Expertengespräche Consulting.
Quantencomputing. Agentische KI. Confidential Computing. Digitale Souveränität.
Die schiere Menge an Trends wächst dabei ungebremst weiter – mit einer Dynamik und Komplexität, die kaum noch zu überblicken ist. Für Unternehmen bedeutet das: Fast jedes Geschäftsmodell braucht Technologieanteile – aber niemand hat die Ressourcen, jedem Trend hinterherzulaufen. Die eigentliche Herausforderung liegt also nicht im Erkennen von Trends, sondern im Priorisieren.
Genau hier setzt Roman Zotter, Head of Hybrid IT Consulting bei Fsas Technologies, an. Im Gespräch erklärt er, warum sich Unternehmen ihre IT-Zukunft wie eine Stadt vorstellen sollten, wie aus über 80 Trends die 15 relevanten werden – und warum jede Trendlinie am Ende auf eine Roadmap führt.
Warum der Trend-Dschungel Unternehmen lähmt
Roman, warum tun sich so viele Unternehmen schwer damit, IT-Trends sinnvoll einzuordnen?
Weil die Geschwindigkeit des Fortschritts es schwer macht, wirklich relevante Themen von reinem Buzzword-Rauschen zu unterscheiden. Gleichzeitig treffen begrenzte Ressourcen auf eine Flut an Neuerungen. Wer versucht, alles gleichzeitig zu bewerten, verliert sich in der Breite. Genau das ist das eigentliche Risiko – nicht der verpasste Trend, sondern die verpasste Priorisierung.
Dein Team nutzt dafür ein Bild, das auf den ersten Blick ungewöhnlich klingt: die Stadt.
Ja, und es funktioniert erstaunlich gut. Die Applikationen eines Unternehmens sind wie Häuser, gebaut für einen bestimmten Zweck. Die Infrastruktur – Rechenzentren, Cloudumgebungen – ist die Versorgung mit Strom und Wasser, ohne die kein Haus funktioniert. Und der Enterprise Architect ist der Städteplaner: Er sorgt dafür, dass Menschen, Daten, Prozesse und Technologie entlang der Strategie ausgerichtet sind, und schafft durch Transparenz Standards, die Risiken reduzieren. Das hilft uns enorm, auch technologiefernen Entscheider*innen komplexe Zusammenhänge greifbar zu machen.
Vom nahen zum weiten Planungshorizont
Wie geht ihr konkret vor, wenn ihr mit einem Kunden in dieses Thema einsteigt?
Wir beginnen mit dem „nahen Planungshorizont“: dem aktuellen Zustand mit bekannten Strukturen, Abhängigkeiten und Kompetenzen – im Stadtbild ein übersichtlicher Kartenausschnitt mit klar eingezeichneten Linien. Von dort erweitern wir den Blick auf den weiter entfernten Horizont: wie sich das Unternehmen entwickeln könnte. Mit neuen Gebieten kommen neue Anforderungen, so wie ein Flughafen ganz andere Anforderungen stellt als das bestehende Zentrum. In der IT sind das etwa neue Compliance-Anforderungen oder Systemarchitekturen.
Und dabei bleibt ihr nicht bei der grauen Theorie, sondern habt ein konkretes Trendnetz entwickelt.
Genau. Unser Team hat einen Grundstock von über 80 Trends bis 2036 zusammengestellt – basierend auf Analysen namhafter Quellen wie Gartner, Forrester und IDC, ergänzt um Einschätzungen unseres Fujitsu Strategy and Vision Teams und die Praxiserfahrung unserer Consulting-Kolleg*innen. Diese Trends ordnen wir wie ein Bahnnetz: Jede Linie steht für ein strategisches Thema – etwa Strategie, Künstliche Intelligenz, Security, Daten oder Infrastruktur. Die Stationen sind die einzelnen Trends, Knotenpunkte markieren, wo sich Themen gegenseitig verstärken.
Von 80 auf 15: Die entscheidende Verdichtung
80 Trends klingen nach ziemlich viel Stoff für ein Unternehmen. Wie wird daraus etwas Handhabbares?
Der entscheidende Schritt ist die Reduktion – gemeinsam mit den Entscheider*innen unseres Kunden verdichten wir die über 80 Trends auf rund 15 wirklich relevante. Dabei berücksichtigen wir konsequent die bestehende Strategie, damit kein Strategiebruch entsteht. Für jeden dieser 15 Trends erstellen wir einen Two-Pager: verständliche Erläuterung, geschätzter Zeitraum und Eintrittswahrscheinlichkeit, Bezug zu strategischen Zielen und betroffenen Aktionsfeldern des Kunden, die drei wichtigsten Business- und IT-Impacts sowie Verweise auf bekannte Initiativen.
Was passiert mit den Trends, die es nicht in die engere Auswahl schaffen?
Die werden nicht ignoriert, sondern bewusst zurückgestellt. Strategie bedeutet immer auch, sich aktiv gegen Optionen zu entscheiden. Manche Bahnstationen werden eben erst später angefahren – oder gar nicht, wenn die Relevanz nicht ausreicht. Das ist kein Nachteil, sondern der eigentliche Wert unserer Beratung: ein komprimierter Überblick, statt 80 gleichwertige Themen allein bewältigen zu müssen.
Vom Streckenplan zur Roadmap
Am Ende steht bei euch ja nicht nur eine hübsche Übersicht, sondern eine konkrete Umsetzung.
Richtig, das ist uns besonders wichtig. Aus den priorisierten Trends leiten wir gemeinsam mit dem Kunden seine Top-3-Maßnahmen ab und ergänzen trendlinienübergreifende Maßnahmen für den gezielten Kompetenzaufbau. Auf Kundenwunsch entwickeln wir daraus finale Roadmaps über mehrere Zeithorizonte – üblicherweise 2026 bis 2027, 2028 bis 2029 und, weil auch wir keine perfekte Glaskugel besitzen, ein größeres Fenster für die unsichere Phase 2030 bis 2036. Pro Themenstrang zeigen wir konkrete Maßnahmen und binden bestehende Initiativen ein, statt bei null anzufangen. So schaffen wir echte Planungssicherheit, keine Hochglanzfolie für die Schublade.
Zukunfts-IT: Navigieren Sie durch die Trends bis 2036. Breakout Session Aufnahme vom Fsas Technologies Summit 2026.
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Drei Quick Wins für den Einstieg
Wo können Unternehmen sofort ansetzen, wenn sie ihre individuellen IT-Trends besser navigieren wollen?
- IT-Strategieunterlagen sichten. Der Ist-Zustand muss vor jeder Trendbewertung klar sein.
- Kritische Aktionsfelder benennen. Legen Sie fest, welche Bereiche strategisch am wichtigsten sind – daran lassen sich Trends später spiegeln.
- Bewusst priorisieren statt sammeln. Weniger Stationen bedeuten mehr Tempo auf der Strecke.
Checkliste: Sind Sie bereit für Ihre Trend-Roadmap?
- ✓ Haben Sie einen aktuellen Überblick über Ihre IT-Strategie?
- ✓ Wissen Sie, welche Aktionsfelder für Ihr Unternehmen aktuell am kritischsten sind?
- ✓ Können Sie neue Trends gegen Ihre bestehende Systemlandschaft spiegeln?
- ✓ Gibt es einen klaren Prozess, um Trends zu bewerten und zu priorisieren – statt sie nur zu sammeln?
- ✓ Reicht Ihr Planungshorizont über das laufende Geschäftsjahr hinaus?
Wenn Sie drei oder mehr dieser Fragen mit „Nein“ beantworten, lohnt sich ein Gespräch darüber, wie sich Ihre individuelle Trend-Roadmap aufbauen lässt.
Roman, vielen Dank für die spannenden Einblicke in deine Arbeit.
Öffnen Sie Türen – und gehen Sie hindurch
Was bleibt nach diesem Gespräch? Die Erkenntnis, dass Zukunftsplanung keine Glaskugel braucht, sondern eine klare Methode. Wer sein Unternehmen kennt, Trends sinnvoll clustert und konsequent priorisiert, trifft Entscheidungen trotz Unsicherheit, statt von ihr gelähmt zu werden. Es geht nicht darum, alle 80 Trends zu meistern, sondern die richtigen 15 zu kennen – und mutig genug zu sein, die Weichen dafür zu stellen.
Weiterführende Informationen zu den Beratungsangeboten von Fsas Technologies finden Sie auf unserer Webseite zum IT-Consulting für resiliente, skalierbare und nachhaltige IT-Infrastrukturen.
Ihr Ansprechpartner
Roman Zotter ist Head of Hybrid IT Consulting bei Fsas Technologies. Mit seinem Team hilft er Unternehmen unter anderem, relevante IT-Trends bis 2036 zu identifizieren und Schritt für Schritt in eine belastbare Roadmap zu überführen
Dieser Artikel enthält KI-generierte Bilder.
